Grundsätzlich werden Zinseinkünfte aus Kapitalvermögen, somit auch aus Darlehen, steuerlich durch die Anwendung des Abgeltungssteuersatzes begünstigt. Da die Darlehenszinsen beim Darlehensnehmer aber (soweit das Darlehen betrieblich veranlasst war) in voller Höhe abziehbar sind, konnte durch die Ausnutzung der Steuersatzspreizung ein interessantes Gestaltungsmodell gewählt werden. Dies galt bislang auch bei Darlehen unter nahen Angehörigen, soweit das Darlehen ansonsten fremdüblich war und der Darlehensvertrag ordnungsgemäß durchgeführt wurde. In einer neueren Entscheidung hat der BFH nunmehr allerdings entschieden (Az. VIII R 8/14), dass zumindest in dem Fall, dass der Darlehensnehmer mangels ausreichender Möglichkeit zu Sicherheitenstellung kein Darlehen von Dritten erhalten könnte, ein Beherrschungsverhältnis zwischen den nahen Angehörigen vorliegt. Dieses schließt die Anwendung des Abgeltungssteuersatzes aus.

Angesichts des Urteils sollte überprüft werden, ob hinsichtlich bereits gewährter Darlehen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden müssen. Auch hinsichtlich der Gestaltung zukünftiger Darlehen wird noch größere Sorgfalt auf die Vertragsgestaltung und die Dokumentation gelegt werden müssen.

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StB/RA/FASteuerR Matthias Lechleitner